Nach dem Abitur: Welche Studiengänge führen wirklich zu einem gut bezahlten Job?

Du hast dein Abitur in der Tasche – und jetzt ? Die große Frage, die sich fast jeder stellt : Was soll ich studieren, damit ich später auch wirklich gut verdiene ? Klingt pragmatisch, vielleicht sogar ein bisschen kalt. Aber ehrlich gesagt ist das eine völlig legitime Frage. Träume sind schön, aber Miete muss auch bezahlt werden.

Ich finde es schade, dass viele Schüler diese Frage gar nicht laut stellen wollen – als wäre Geld irgendwie peinlich. Dabei ist es das Gegenteil von peinlich, sich früh Gedanken darüber zu machen, wohin der eigene Weg führt. Und wer seinen Horizont noch weiter öffnen möchte – auch über klassische Studiengänge hinaus –, findet auf Seiten wie www.mon-eolienne-domestique.com interessante Perspektiven rund um nachhaltige Berufsfelder und Zukunftstechnologien, die gerade stark wachsen.

Medizin : Ja, es lohnt sich – aber der Preis ist hoch

Fangen wir mit dem Klassiker an. Medizin. Wer Arzt wird, verdient gut – das ist keine Überraschung. Ein Facharzt in Deutschland kommt im Schnitt auf 80.000 bis über 120.000 Euro brutto im Jahr, je nach Spezialisierung und Klinik. Aber der Weg dahin ist lang. Sehr lang. Sechs Jahre Studium, dann Assistenzarztzeit, dann Facharztausbildung. Wir reden von gut zehn Jahren, bevor man wirklich auf Vollgeschwindigkeit ist.

Und der Numerus Clausus ist nach wie vor brutal. Ohne einen NC unter 1,5 wird’s schwierig – zumindest für Humanmedizin an deutschen Universitäten. Manche weichen deshalb ins Ausland aus, nach Ungarn oder Rumänien zum Beispiel. Das funktioniert, aber es braucht Disziplin und Eigeninitiative.

Fazit : Wer wirklich Arzt werden will und das Durchhaltevermögen hat, dem lohnt sich der Weg. Wer sich nur von den Gehaltsaussichten locken lässt, wird irgendwann unglücklich sein.

Ingenieurwissenschaften : Unterschätzt und extrem gefragt

Hier liegt, ehrlich gesagt, vielleicht der beste Kompromiss. Maschinenbau, Elektrotechnik, Informatik, Bauingenieurwesen – diese Studiengänge haben einen Ruf, der manchmal abschreckend wirkt. Zu technisch. Zu trocken. Zu viel Mathe.

Aber wer durchhält, der findet sich nach dem Abschluss in einer sehr komfortablen Situation wieder. Der Einstiegsgehalt für Ingenieure in Deutschland liegt oft zwischen 45.000 und 60.000 Euro – und steigt mit Erfahrung schnell. In der Automobilbranche, in der Luft- und Raumfahrt oder im Maschinenbau sind Gehälter von 70.000 bis 90.000 Euro nach ein paar Jahren absolut realistisch.

Informatik ist nochmal ein eigenes Kapitel. Wer programmieren kann und ein solides technisches Fundament hat, ist heute auf dem Arbeitsmarkt fast schon unverwundbar. Besonders in Berlin, München oder Hamburg boomt die Tech-Szene – und die Gehälter klettern entsprechend. 60.000 Euro als Berufseinsteiger im Software-Bereich ? Keine Seltenheit mehr.

BWL und Wirtschaft : Kommt drauf an, wo du studierst

Betriebswirtschaftslehre ist beliebt – zu beliebt, könnte man fast sagen. Hunderttausende studieren das in Deutschland. Das Problem : Ein BWL-Bachelor von einer unbekannten Fachhochschule und ein BWL-Master von der WHU oder der HHL sind zwei völlig verschiedene Welten auf dem Arbeitsmarkt.

Wer in Unternehmensberatung oder Investment Banking einsteigen will – also die wirklich gut bezahlten Einstiegspositionen – der braucht entweder eine renommierte Uni oder außergewöhnliche Praktika. Ohne das wird’s schwierig, auch mit dem besten Abschluss.

Was wirklich zählt : Netzwerk, Praktika bei bekannten Namen, vielleicht ein Auslandssemester. Wer das alles mitnimmt, hat gute Karten. Wer nur seine Pflichtveranstaltungen absitzt, landet im Mittelfeld.

Jura : Langer Atem, großes Potenzial

Ähnlich wie Medizin ist auch Jura ein Marathon. Das erste Staatsexamen, dann Referendariat, dann zweites Staatsexamen – das dauert locker sieben bis acht Jahre. Aber wer danach als Anwalt in einer großen Wirtschaftskanzlei einsteigt, verdient bereits im ersten Jahr 100.000 Euro oder mehr.

Klingt verlockend. Aber : Nur ein Bruchteil der Jurastudenten landet in diesen Top-Kanzleien. Der Großteil arbeitet als Richter, Staatsanwalt oder in kleineren Kanzleien – mit deutlich weniger. Immer noch ein gutes Gehalt, aber keine goldene Zukunft auf Auto-Pilot.

Gesundheitsberufe abseits der Medizin

Pharmazie, Zahnmedizin, Psychologie – diese Studiengänge werden oft vergessen, sind aber interessant. Pharmazeuten verdienen als Approbierende im Schnitt zwischen 40.000 und 60.000 Euro, mit eigener Apotheke deutlich mehr. Zahnmedizin ist ähnlich wie Humanmedizin – langer Weg, gute Aussichten. Psychologie hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt : Mit einem Master und Approbation als Psychotherapeut sind die Jobaussichten solide, auch wenn das Gehalt im öffentlichen Sektor nicht mit der Privatpraxis mithalten kann.

Was ist mit Lehramt ?

Mal ehrlich : Lehramt wird finanziell oft unterschätzt. Ein verbeamteter Gymnasiallehrer in Bayern verdient nach ein paar Jahren locker 60.000 bis 70.000 Euro netto – und das mit Jobsicherheit, geregelten Ferien und einer Pension am Ende. Das ist kein Witz. Für viele Menschen ist das attraktiver als ein stressiger Job in der Unternehmensberatung, auch wenn letzterer auf dem Papier mehr bringt.

Das wichtigste Kriterium, das alle vergessen

Weißt du, was bei all diesen Überlegungen oft komplett fehlt ? Die eigene Motivation. Ein Studium, das du liebst, wirst du mit mehr Energie durchziehen. Du wirst besser abschneiden. Du wirst bessere Praktika machen. Du wirst mehr Netzwerk aufbauen. Und am Ende wirst du wahrscheinlich auch mehr verdienen – weil du besser bist in dem, was du tust.

Ich sage nicht, dass man Leidenschaft über alles stellen soll und Finanzen komplett ignorieren. Aber wer Informatik studiert, obwohl ihn das absolut nicht interessiert, nur weil die Gehälter gut sind – der wird wahrscheinlich mittelmäßig sein. Und mittelmäßig bezahlt werden.

Eine kurze Übersicht : Welche Studiengänge führen zu den höchsten Gehältern ?

Medizin : Sehr hohe Gehälter, aber sehr langer Weg und harter NC.

Informatik / Softwareentwicklung : Starkes Einstiegsgehalt, riesige Nachfrage, gute Work-Life-Balance möglich.

Ingenieurwissenschaften : Solid und gefragt, besonders Maschinenbau und Elektrotechnik.

Jura : Hohes Potenzial, aber stark abhängig vom Abschlussrang und Arbeitsfeld.

BWL: Sehr variabel – Uni-Reputation und Praktika entscheiden alles.

Lehramt : Unterschätzt, besonders im Beamtenstatus finanziell attraktiver als man denkt.

Fazit : Kein Patentrezept, aber klare Tendenzen

Es gibt keine magische Antwort auf die Frage, welches Studium garantiert zu einem gut bezahlten Job führt. Aber es gibt klare Tendenzen. Technische Berufe, Gesundheitsberufe und Jura bieten strukturell gute Aussichten – vorausgesetzt, man macht das Studium ordentlich und nutzt die Möglichkeiten, die sich bieten.

Was du auf jeden Fall tun solltest : Sprich mit Menschen, die den Job schon machen, den du dir vorstellst. Frag sie, was sie verdienen, wie ihr Alltag aussieht, ob sie es nochmal so machen würden. Das ist informativer als jede Rangliste.

Und dann triff deine Entscheidung – informiert, aber auch mit einem guten Gefühl.